Predigerkirche
Die Predigerkirche ist eine Dominikanerkirche aus dem 13./14. Jahrhundert. Ihre Architektur besticht durch Klarheit und Einfachheit. Der frühgotische Stil der Bettelmönche hat sich ungebrochen erhalten.
Besonderheit: Lettner aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und dahinter die alten Chorschranken aus der Zeit um 1275.
Sehenswerte Einzelstücke:
Teppichmusterfenster aus dem 13. Jh.
Verkündigungsgruppe am Lettner (um 1360)
Schmedestedtsche Madonna an der Chorschranke (um 1352)
Marientod - ein Fresco (um 1320)
Flügelaltar mit Passionsszenen (um 1450)
Grabsteine und Epitaphien aus verschiedenen Jahrhunderten
Trümmerfenster 1946-50
Im Hohen Chor der Kirche (1265-1280) hat Meister Eckhart als Mönch gebetet.
Im benachbarten Kloster hielt er seine aufregenden „Reden der Unterweisung"
Trümmerfenster
Die Geschichte der Trümmerfenster.
"Es ist ein Prediger in der Wüste. Bereitet den Weg des Herrn."
1949 schuf der Erfurter Künstler Heinz Hayna aus den Scherben im Krieg zerstörter Kirchenfenster vier beeindruckende Trümmerfenster.
Nicht die alten farbigen Fenster sollten wieder erstehen. Die Zeit des Krieges war viel zu schlimm, als daß man sie hätte einfach wieder zusammensetzen können.
Das neue Bild ist ein Kaleidoskop aus Tausenden farbiger Scherben. Da und dort erkennt man die Bruchteile alter Muster und Buchstaben.
Die Trümmerfenster sind wohl einmalig in Deutschland. Die Gemeinde hat sich nach dem Krieg dafür entschieden, weil ihr das oben zitierte Bibelwort einleuchtet.
Das ehemalige Kloster
Vom Kloster (13. Jh.) steht nur noch ein Flügel. Sakristei, Kapitelsaal und Refektorium (Speisesaal) sind im ursprünglichen Zustand erhalten.
Die Sakristei
diente der Vorbereitung auf den Gottesdienst. Hier wurden liturgische Gewänder und sakrale Gegenstände aufbewahrt. Das ist bis heute so geblieben.
Der Kapitelsaal,
in dem in alten Zeiten täglich ein Kapitel aus der Regel des Klosters gelesen wurde, steht heute den Schülern des Evangelischen Ratsgymnasiums zur Verfügung.
Das Refektorium,
das in den mittelalterlichen Farben restauriert wurde, wird als Raum für Gottesdienste und Konzerte vielfältig genutzt.
Meister Eckhart hat wahrscheinlich hier seine berühmten „Reden der Unterweisung" gehalten.
Hier sagte er: „Denn so viel bist du in Gott, so viel du in Frieden bist, und so viel außer Gott, wie du außer Frieden bist. Ist etwas nur in Gott, so hat es Frieden. So viel in Gott, so viel in Frieden."
Fotografie: www.architekturfotograf-schmidt.de